
Filmstill aus: El Tiempo Nublado, 2014
ProgrammZeitung 6/2015, S. 9
Reiche Film-Ernte
Alfred Schlienger
Zoom feiert den jüngsten Jahrgang des Basler Filmschaffens.
Die 7. Ausgabe von ‹Zoom: Basler Filme im Fokus› hat, mit und neben dem aktuellen Programm, heuer etwas zu feiern, was nur durch den jahrelangen Einsatz des umtriebigen Filmvernetzers Pascal Trächslin und seiner Verbündeten von Balimage möglich geworden ist: dass die staatlichen Fördergelder für das Basler Filmschaffen im April vom Basler Grossen Rat endlich namhaft aufgestockt wurden.
Der Verein Balimage ist auch verantwortlich für die Ausrichtung von Zoom, Jahresschaufenster der Basler Filmproduktionen. Aus allen Einsendungen hat eine Auswahlkommission 19 Filme in den Kategorien Langfilm (5), Kurzfilm (3), Kunstfilm (4), Spot/Clip (3) und Auftragsfilm (4) für den Basler Filmpreis 2015 nominiert. Als Preissumme stehen insgesamt 21’000 Franken zur Verfügung.
Naturgemäss waren die Langfilme alle schon im Kino zu sehen, aber meist nur für eher kurze Zeit. Jetzt besteht die Möglichkeit, eventuell Verpasstes nachzuholen und es im Vergleich mit den Konkurrenten einzuschätzen. Es sind diesmal alles Dokumentarfilme, die in persönlich wie gesellschaftlich spannende Zusammenhänge hineinleuchten.
Filme, Preise, Masterclass.
‹Padrone e sotto› von Michele Cirigliano zeigt das Spiel um Macht und Anerkennung in einer süditalienischen Dorfbeiz. Jonas Schaffter begleitet in ‹Offside Istanbul› die Träume und Hoffnungen eines der vielen afrikanischen Fussballtalente am Bosporus. In ‹El tiempo nublado› arbeitet Arami Ullon die Beziehung zu ihrer in der fernen Heimat Paraguay erkrankten Mutter auf (s. ProgrammZeitung, Mai). Angelo A. Lüdin hat sich in ‹Thomas Hirschhorn – Gramsci Monument› mit dem so berühmten wie eigensinnigen Schweizer Künstler herumgeschlagen (s. ProgrammZeitung, Februar). Und in ‹Berge im Kopf› wagt sich Matthias Affolter mit Bergsteigern aus vier Generationen bis in eisige Höhen hinauf.
Gespannt sein darf man aber auch auf die kürzeren Filme aus den übrigen Sparten, die meist zum ersten Mal vor
einem grösseren Publikum gezeigt werden. Präsentiert werden die Produktionen in sechs Blöcken im Stadtkino. Eine dreiköpfige Jury mit Brigitte Häring, Filmredaktorin bei SRF 2 Kultur, der Filmproduzentin Franziska Reck und dem Kabarettisten und Schauspieler Beat Schlatter bestimmt die Siegerfilme in jeder Kategorie und überreicht feierlich die Trophäen in der grossen Filmnacht im Schauspielhaus. Man darf einmal mehr die Hoffnung aussprechen, dass Organisation und Moderation bei diesem hübschen Anlass nicht allzu sehr auf Little Hollywood machen und uns das Fremdschämen ersparen.
Zu Zoom gehört auch eine Masterclass im September, zum Thema ‹Webserien, transmediale und crossmediale Projekte: Chancen für den Nachwuchs?› Mehr Geld ist jetzt versprochen – Ideen sind weiterhin gefragt.
Zoom: Fr 5. bis So 7.6., Stadtkino und Schauspielhaus Basel, www.zoom.balimage.ch
Ausserdem: Baustellenfest Kultkinos: Fr 26.6., ab 18 h
Mit Projekt-Vorstellung, zwei Überraschungsfilmen, Musik und Kulinarischem. Neueröffnung Ende August, www.kultkino.ch


























