
Mimiko, Foto: Lucas Rössner
ProgrammZeitung 4/2015, S. 14
Mittagspause mit Musik
Alfred Ziltener
Vor 20 Jahren initiierte die CMS die Mittwoch-Mittag-Konzerte in der Elisabethenkirche.
Mittwoch, viertel nach zwölf, in der Basler Elisabethenkirche: Gegen 50 Menschen sind zum allwöchentlichen Konzert der Reihe ‹mimiko› (Mittwoch-Mittag-Konzerte) gekommen. Diesmal spielt Jan Sprta auf der Kirchenorgel Musik von Louis Vierne, Felix Mendelssohn und Olivier Messiaen. Der Rahmen ist niederschwellig, die Atmosphäre locker. Die meisten Anwesenden hören konzentriert zu, ein Mann liest Zeitung, zwei junge Frauen tratschen unentwegt, verlassen aber die Kirche bald.
In diesem Frühling begeht ‹mimiko› ein Doppeljubiläum: Vor 20 Jahren hat die Christoph Merian Stiftung die Reihe der halbstündigen Konzerte ins Leben gerufen, die jeweils von Oktober bis Juni dauert. Und am 3. Juni kann das 700. Konzert gefeiert werden. Seit Herbst 2001 ist der Fagottist Lucas Rössner für die Programmierung verantwortlich. Dabei arbeitet er eng mit der Musik-Akademie zusammen – ‹mimiko› war von Anfang an als Plattform für Studierende und Dozierende des Instituts konzipiert. Und die StudentInnen reissen sich um die Möglichkeit, hier zu spielen; für viele ist es der erste öffentliche Auftritt überhaupt. Rössner kann also auswählen. Dabei achtet er vor allem auf Qualität und Vielfalt.
Abwechslungsreich.
In seiner Reihe hat alles Platz: Barockmusik und Popsongs, Jazz und Romantik, Filmmusik und Klaviersonaten. Gesetzt ist einzig der erste Mittwoch im Monat, der für die Orgel reserviert ist. Auch da achtet Rössner auf Abwechslung; es sollen wenig bekannte Werke – gern aus dem 20. Jahrhundert – zu entdecken sein. Der halligen Akustik der Kirche begegnet er gelassen: Er lässt das Publikum möglichst nahe bei den Musizierenden sitzen und schliesst den hinteren Teil des Schiffs mit Akustik-Wänden ab.
Wer besucht die Konzerte? Es sei eine gemischte Zuhörerschaft, berichtet Rössner, Angestellte der umliegenden Banken und Versicherungen, Hausfrauen, Studierende – je nach Programm bis zu 200 Personen. Der Eintritt ist frei; am Schluss wird eine Kollekte erhoben. Der Erlös geht anstelle einer Gage zur Hälfte an die Mitwirkenden, zur Hälfte an die Offene Kirche
Elisabethen, die im Gegenzug keine Miete verlangt.
Im Mai ist zweimal barocke Musik zu hören, das Orgelkonzert lässt Werke des 1940 im Krieg gefallenen Jehan Alain und des französischen Romantikers Léon Boëllmann erklingen, und ein Liedrezital macht den Abschluss.
Das 700. Konzert gestaltet wiederum ein Organist: Tobias Lindner von der Riehener Franziskuskirche.
‹Mimiko›: Mi 6., 13., 20. und 27.5., 12.15–12.45,
Offene Kirche Elisabethen


























