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V.S. aus Gattikon

 

Sowie zahlreiche weitere
anonyme Spenderinnen und Spender

 

Sankofa-Vogel, Foto: Mission 21

ProgrammZeitung 5/2015, S. 21

Ein Haus voller Götzenbilder

Nana Badenberg

Die Basler Mission feiert und präsentiert im Museum der Kulturen ihre Bestände.

«Vergoldete Herren» seien sie, «nichtsnutzige Gesellen!» Doch gerade deshalb bekannte Inspektor Joseph Josenhans, als er das neue Gebäude an der Missionsstrasse einweihte: «Wir wollen dieses Haus aber auch füllen mit Götzenbildern.» Damals besass die Basler Mission erst eine überschaubare Anzahl ethnografischer Objekte; die Sammlung des Calwer Theologen Christian Gottlob Barth sollte ihr kurz darauf übereignet werden. Sie wurde dann zunehmend ergänzt durch Kult- und Alltagsgegenstände aus Ghana, Indien, China, Kamerun und Indonesien, Regionen, in denen die Mission nach und nach tätig wurde.
Zumeist handelte es sich um Figuren, die – das war Josenhans wichtig – die frisch getauften Christen auslieferten zum Zeichen, «dass sie ihnen nicht mehr dienen». Die Mission wiederum nutzte die Kollektion ihres erfolgreichen Wirkens zu didaktischen und Werbezwecken, vor allem um finanzielle Unterstützung zu mobilisieren. Ergänzt wurde sie hierfür um Bilder und Fotografien, ja es gab sogar einen ‹Missionskoffer›. Ein Missionsmuseum hingegen entstand, auch wenn zuweilen davon die Rede war, nie. Seit 1981 sind die über 12’000 Sammelstücke im Museum der Kulturen verwahrt. Nun werden sie dort anlässlich der 200-Jahr-Feierlichkeiten der Basler Mission prominent gezeigt.

Missionsalltag und Glaubenskämpfe.

Im Zentrum der Ausstellung steht mit einer Vielzahl auf engem Raum gestaffelter Fetische gerade jener religiöse Kern, der Beweggrund des missionarischen Engagements in der Fremde war und Messlatte der aufeinanderprallenden Kräfte. Wie sehr auch Christen an die Macht heidnischer Götzen zu glauben gewillt waren, beweisen zur Sammlung gehörende Amulette, seien sie nun vergraben worden, um den Missionaren zu schaden, oder angefertigt zu deren Schutz. Zum Sprechen kommen die Objekte durchaus, wenn, wie die Mission bereits 1911 forderte, «die Dinge selbst in ihrer schlichten Tatsächlichkeit geboten werden». Und der Alltag in den Missionsstationen lässt sich via Touchscreen erleben – gerade dank der reichhaltigen Fotosammlung und den eine fast zu deutliche Sprache sprechenden Quellen.
Weil die Basler Mission ihre Wurzeln in der Erweckungs­bewegung hatte, ging es immer um authentische innere Frömmigkeit; jede Bekehrung bedurfte der individuellen Überzeugungsarbeit, und jede hatte konkrete lebensprak­tische Auswirkungen. Insbesondere in Indien mit seinem Kastenwesen galt es, den Getauften Arbeitsplätze bereitzustellen; dort entstanden Produktionsbetriebe wie Druckerei, Weberei, Ziegelei. Noch wichtiger war das Angebot an Bildung und Ausbildung, das die Mission auszeichnete (ihre ‹Scholars› waren überall gefragt). Wo immer man sich niederliess, am Anfang stand der Spracherwerb – Grammatik und Katechismus gingen Hand in Hand.

Keime für die Zukunft.

Hat die Basler Mission auch zurückhaltender agiert als die Kolonialmächte, mit denen sie sich jeweils arrangieren musste, die 1859 gegründete Handelsgesellschaft war durchaus expansionistisch. Und vielleicht noch mehr als herkömmliche Ethnografen brachten die Missionare mit ihren Funden nach Hause, was sie ‹dort draussen› abzuschaffen bemüht waren. Dank Objekten wie den indischen Modellfigürchen gewann man daheim «die richtige Vorstellung vom Missionsleben», selbst wenn manch ein Dämon oder Donnergott aufgrund seines Aussehens vorschnell als Teufel vereinnahmt wurde. Der Katalog zur Ausstellung lotet die Hintergründe der Sammlung und das Selbstverständnis der Missionare (und ihrer Frauen) mit ethnologischem Blick präzise aus.
Parallel dazu erscheint eine Jubiläums-Publikation, die die Geschichte der Basler Mission eher aus theologischer Binnensicht behandelt, aber durchaus mit (Rück-)Blicken aus den überseeischen Gebieten. Symbol für das Jubiläumsjahr ist übrigens – und hoffentlich nicht umsonst – der Sankofa-Vogel, dessen grazile Gestalt eine Redensart der ghanaischen Akan nachahmt: Indem er seinen Kopf nach hinten beugt, um ein Ei aus dem Gefieder zu bergen, rettet er aus der Vergangenheit die Keime einer sich neu gestaltenden Zukunft.


‹Mission possible? Die Sammlung der Basler Mission – Spiegel kultureller Begegnungen›: Do 21.5., 18.30 h (Vernissage),
bis So 4.10.,
Museum der Kulturen
Katalog im Christoph Merian Verlag, Basel. 240 S., 60 Abb.,
br., CHF 49


Christine Christ-von Wedel, Thomas K. Kuhn (Hg.), ‹Basler Mission. Menschen, Geschichten, Perspektiven 1815–2015›. Schwabe Verlag, Basel, 2015. Ca. 216 S., 130 Abb., gb., CHF 28


Highlights

Highlight 9/2014

Schlachtenlärm und Körper-Chips

Das Festival Treibstoff zeigt Projekte junger
Theaterschaffender.

Probenaufnahme zu ‹Die grosse Schlacht›,
Foto: zVg

Highlights

Highlight 9/2014

Neue Räume für neue Musik

Das Festival ‹ZeitRäume Basel› zum Verhältnis von Musik und Architektur.

Münsterplatz, Foto: Anna Katharina Scheidegger

Highlights

Highlight 9/2014

Grazile und skurrile Wesen

Figurentheater-Spiele in Liestal
und Basel.

Michael Huber mit ‹Stivalino – der gestiefelte Kater›, Foto: Helmut Pogerth

Highlights

Highlight 7-8/2015

Ein Rückblick in die zeitgenössische Zukunft

Das Schaulager rückt die eigene Sammlung in den Fokus.

Andy Warhol, Maja (Maja Sacher-Stehlin), 1980, Foto: Martin P. Bühler

Highlights

Highlight 7-8/2015

Habe nun, ach ...

Am Goetheanum wird der ungekürzte ‹Faust› vorbereitet.

Faust, betrunkene Soldaten beim Oster-spaziergang, Foto: Michèle Melzer

Highlights

Eingetragener Titel

Highlight 7-8/2015

Wiederentdeckte Übergangszeit

Die Festtage Alte Musik Basel beleuchten die Zeit um 1740 bis 1780.

Streichquartett, 18. Jh., Österreich Foto: zVg

Highlights

Highlight 6/2015

Reiche Film-Ernte

Zoom feiert den jüngsten Jahrgang des Basler Filmschaffens.

Filmstill aus: El Tiempo Nublado, 2014

Highlights

Highlight 6/2015

Ein nostalgisch verpackter Aufbruch

Das Stimmen-Festival präsentiert Newcomer und Altstars.

Patti Smith, Foto: zVg

Highlights

Highlight 6/2015

Kulturfest der Enthinderung

Das Festival Wildwuchs macht Behinderungen des Lebens zum Thema.

Artificial Things, Foto: Chris Parkes

Highlights

Highlight 5/2015

Viel Platz zum
Schmökern und Chillen

Die Stadtbibliothek bietet
Genuss für Geist und Gaumen.

Animation Stadtbibliothek, Foto: zVg

Highlights

Highlight 5/2015

Ein Haus voller Götzenbilder

Die Basler Mission feiert und präsentiert im Museum der Kulturen ihre Bestände.

Sankofa-Vogel, Foto: Mission 21

Highlights

Highlight 5/2015

Mittagspause mit Musik

Vor 20 Jahren initiierte die CMS die Mittwoch-Mittag-Konzerte in der Elisabethenkirche.

Mimiko, Foto: Lucas Rössner

Highlights

Highlight 4/2015

Nicht-Gezeigte zeigen sich

Die 2. Basler Dokumentartage bieten Einblicke ins vielfältige Leben.

Samuel Koch, Foto: zVg

Highlights

Highlight 4/2015

Angekommen und angenommen

Das Literaturhaus Basel wird
15 Jahre alt – und feiert.

P. Buwalda & K. Eckert, Foto: zVg

Highlights

Highlight 4/2015

Basler Jazz-Szene in Festlaune

Das Jubiläum des Jazzfestivals
wird gefeiert.

Taksim-Trio, Foto: zVg

Highlights

Highlight 3/2015

Live, laut, lyrisch

Die Festivals ‹BScene› und ‹Between The Beats› rocken die Region.

Serafyn, Foto: zVg

Highlights

Highlight 3/2015

Geschenk und Gift

Eine Ausstellung zur
Kulturgeschichte des Opiums.

Arznei und Rauschdroge Schlafmohn,
Foto: MKB

Highlights

Highlight 3/2015

Karikaturen mit
Tiefgang

Das vielfältige Schaffen des
Schweizer Zeichners Peter Gut.

Peter Gut, ‹Untertanen›

Highlights

Highlight 2/2015

Vielfältiges Weltgeschehen

Das Cinema Querfeld bringt unter-schiedliche Kulturen zusammen.

Filmstill aus ‹Die Welt ist gross und
Rettung lauert überall›, 2008

Highlights

Highlight 2/2015

Dringliche Fragen

Die konzertante Theaterperformance ‹Princess & Terrorist›.

‹Princess & Terrorist›,
Foto: Lenore Bliever